Diplomatie
Spring School 2026:
Outer Space Cooperation in the Middle East
Vom strategischen Wettbewerb zur Zusammenarbeit im Weltraum
Die weltraumgestützte Infrastruktur übernimmt zahlreiche lebenswichtige Aufgaben für unseren Planeten und ist für das Funktionieren moderner Industriegesellschaften unverzichtbar. Dazu zählt die fehlerfreie Navigation über globale satellitengestützte Navigationssysteme wie Galileo, GLONASS oder GPS (Global Positioning System). Darüber hinaus sind zentrale Bereiche wie die Energieversorgung, der Börsenhandel, Geldautomaten, die Wettervorhersage, die Erfassung von Daten und Trends zum Klimawandel sowie die Übermittlung kritischer Informationen an das Militär in hohem Maße von Satelliten abhängig. Diese Abhängigkeit von satellitengestützter Kommunikation, Datenerfassung und Krisenreaktion wird in Zukunft weiter zunehmen.
Mit der wachsenden Bedeutung von Weltraumressourcen steigt zugleich das Potenzial, Menschen, Institutionen, Systeme und Staaten durch strategische technologische Kontrolle zu beeinflussen. Der extraterrestrische Raum, oft als fünfte Domäne der menschlichen Zivilisation nach Land-, See-, Luft- und Cyberspace bezeichnet, entwickelt sich zunehmend zu einem Ort der Machtprojektion und Machtpolitik zwischen Staaten. Als neue Wettbewerbsarena ist der Weltraum dabei nicht nur den Spannungen zwischen den Großmächten ausgesetzt, sondern zieht auch Mittel- und Regionalmächte an, die sich von ihm erhebliche strategische Vorteile versprechen. Dies hat weitreichende wirtschaftliche, militärische und strategische Konsequenzen für die internationale Gemeinschaft.
Auch in der Region des Nahen Ostens gewinnt der Raumfahrtsektor zunehmend an strategischer Bedeutung. Investitionen in Raumfahrttechnologien fördern den wirtschaftlichen Fortschritt und die Entstehung neuer Industrien und Arbeitsplätze, während der Aufbau umfassender Weltrauminfrastrukturen erhebliche finanzielle Mittel erfordert und den Wettbewerb um begrenzte Ressourcen verschärft. Militärische Anwendungen im Weltraum verstärken zudem sicherheitspolitische Dilemmata und werden durch geopolitische Allianzen weiter beeinflusst. Gleichzeitig bietet die Raumfahrt auch Chancen für Kooperationen zwischen den Staaten der Region und eröffnet erhebliches Potenzial für wirtschaftlichen Fortschritt, Sicherheit, regionale Stabilität, technologische Innovation und internationale Zusammenarbeit.
Ziele
Diese Spring School wird die Raumfahrtpolitik und die strategischen Ansätze der Staaten des Nahen Ostens sowie die rechtlichen, militärischen, wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen untersuchen, um das Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen ihnen zu ermitteln.
Die Teilnehmer erhalten einen detaillierten Einblick in die Weltraumpolitiken im Nahen Osten und entwickeln in Workshops innovative Ideen für kooperative Ansätze zwischen den Staaten. Die Spring School findet in Kooperation mit der (Jungen) Gesellschaft für Sicherheitspolitik und dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn statt.
Teilnehmende
Junge Studierende aus verwandten Disziplinen (Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen, etc.) aus dem Nahen Osten werden in die UN-Stadt Bonn eingeladen, um sich mit Studierenden aus Deutschland auszutauschen und innovative Ideen für mögliche Kooperationen zu entwickeln. Internationale Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft werden den Teilnehmern vertiefte Einblicke in die Raumfahrtpolitik geben. Diese Inputs bilden die Grundlage für die anschließenden Workshops.