Zeitenwende im Südkaukasus
Historischer Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien
Historischer Frieden im Südkaukasus: Deutschlands Beitrag und Europas neue Brücke nach Osten
Im Beisein von S. E. Nəsimi Ağayev, Botschafter der Republik Aserbaidschan in der Bundesrepublik Deutschland, sowie S. E. Viktor Yengibaryan, Botschafter der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland, stand bei einer parlamentarischen Begegnung der historische Friedensprozess zwischen beiden Ländern im Mittelpunkt. Als Präsident der Parlamentarischen Gesellschaft begrüßte Armin Laschet MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, die Teilnehmenden. Zu diesen zählte auch der Bundesminister des Auswärtigen Johann Wadephul, der zuvor Vorsitzender der Deutsch-Südkaukasischen Parlamentariergruppe gewesen war und in seiner Rede die Bedeutung der Region für Deutschland und die Europäische Union hervorhob.
Während Konflikte und Unsicherheit überall auf der Welt zunehmend die politische Realität prägen, ist es besonders wichtig, jene Regionen in den Blick zu nehmen, in denen Konflikte erfolgreich beigelegt werden.
Nach fast 40 Jahren Konflikt ist ein nachhaltiger Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien möglich geworden. Die im Jahr 2025 unterzeichnete Erklärung zum Friedensabkommen markiert einen historischen Wendepunkt für den Südkaukasus und eröffnet neue Perspektiven für Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Vernetzung. Insbesondere die Einigung über neue Korridore und Verkehrsverbindungen birgt großes Potenzial für wirtschaftliche Kooperation und eine stärkere Konnektivität zwischen Europa und seiner östlichen Nachbarschaft. Dadurch entsteht die Chance, eine verlässliche Verbindung von Europa über die Türkei bis nach Zentralasien auszubauen – mit Auswirkungen auf Handel, Infrastruktur, Energiesicherheit und politische Handlungsfähigkeit.
Im Fokus der parlamentarischen Begegnung standen die Möglichkeiten der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten des Südkaukasus sowie die Rolle Deutschlands bei der Förderung von Versöhnung, Frieden und Resilienz in der Region.
Der Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan wurde seit dem Ende des Krieges um die Region Bergkarabach im Jahr 2020 durch deutsche und amerikanische Vermittlung unterstützt. Wichtige diplomatische Fortschritte wurden dabei in den Räumen der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft erzielt.
In ihren Beiträgen beleuchteten die beiden Botschafter die erzielten Erfolge, die sich daraus ergebenden Chancen sowie die verbleibenden Herausforderungen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Frieden und zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis.